Die Shoah und die DDR
Akteure und Aushandlungen im Antifaschismus
Kulturforum Görlitzer Synagoge
Otto-Müller-Straße 3
02826 Görlitz
Geschichte war ein streng reguliertes Feld in der DDR. Auch der staatlich forcierte Antifaschismus ließ, so die Annahme, kaum Spielräume für abweichende Narrative. Wie konnten daher jüdische Verfolgungserfahrungen und antifaschistische Überzeugungen unter staatssozialistischen Vorzeichen verhandelt und artikuliert werden? Welche Rolle spielten jüdische Überlebende in der DDR in der kulturellen Auseinandersetzung mit der Shoah und dem Nationalsozialismus?
Diesen Fragen geht Alexander Walther in seinem Vortrag nach. Ausgehend von Nachlässen und Egodokumenten zeichnet er die Handlungsoptionen und Motivationen vor allem jüdischer, vereinzelt auch nicht-jüdischer Akteurinnen und Akteure nach. Neben einer Analyse früher Formen der Erinnerung und Wissensvermittlung stehen die Arbeiten des Schriftstellers Arnold Zweig, der Sängerin Lin Jaldati, des Historikers Helmut Eschwege, des Journalisten Heinz Knobloch sowie die Aktivitäten einzelner DDR-Verlage im Mittelpunkt der Arbeit. Dieser multiperspektivische Zugang zeigt, welche Strategien es gab, ein politisch vernachlässigtes und gesellschaftlich unerwünschtes Thema dennoch öffentlich zu platzieren und Akzente zu setzen. Dabei wird auch das Spannungsfeld zwischen eigensinnigem Handeln und teils parteiloyalen, mitunter schmerzhaften Zugeständnissen untersucht.
Barrierefreiheit auf der Veranstaltung
Über den Veranstalter
1991 von einer Gruppe Leipziger Wissenschaftler um Walter Markov, Manfred Kossok und Gustav Seeber gegründet, hat sich die Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen e. V. als linker Verein und Bildungsanbieter profiliert. Sie ist die parteinahe Stiftung der Partei Die Linke in Sachsen.
Ihr Ziel ist die Entwicklung und Verbreitung gesellschafts-politischen Wissens, die Pflege demokratisch-sozialistischer Ideen und humanistischer Ideale sowie eine die sozialen Gruppen und Generationen verbindende Diskussion alternativer Projekte in Politik, Wirtschaft und Kultur.
In diesem Sinne ist die Konsequenz, mit der Rosa Luxemburg die Verbindung von politischer Freiheit und sozialer Gerechtigkeit verfocht, auch heute unverzichtbar. Eine Besinnung auf dieses Erbe und der theoretische Diskurs über seine aktuelle Bedeutung gehören zu den originären Aufgaben der Stiftung. Dabei kooperiert sie eng mit der bundesweit tätigen Rosa-Luxemburg-Stiftung. Gesellschaftsanalyse und politische Bildung.
